Viktor E. Frankl und Innsbruck

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Viktor Frankl war einige Male in Innsbruck und da er die Berge liebte, hat er die Gelegenheit zu Vorträgen und zum Berggehen genützt.

Den Goethe Weg auf der Nordkette ist er besonders gerne gegangen.

 

Die Familie Frankl-Vesely hat uns die Kopie einer Karte an den damaligen Hüttenwirt der Adolf Pichler Hütte zur Verfügung gestellt.


1946 schrieb Viktor Frankl eine metaphysische Conference „Synchronisation in Birkenwald“. Das Theaterstück ist im Buch „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ zu finden.


„Viktor Frankl schrieb den Text in ein paar Stunden nieder, in einem Atem gleichsam, als würde er ihm diktiert.
Einige Tage später las er seine dramatische Phantasie einigen Freunden vor. Ich war dabei. Ich will nicht vergleichende Literaturwissenschaft betreiben und Querverbindungen zu früheren und späteren verwandten Formen des Theaters bloßlegen. Ich fand und finde in diesem literarisch bemerkenswerten Text ein doument humain erster Ordnung - und ich kann nicht umhin, die Identität des Engels mit dem  SS-Mann in die Nähe von Dostojewskijs Großinqusitor zu rücken."

"Frankl hat den Text damals auch einem Innsbrucker Freundeskreis vorgelesen. Ludwig von Ficker, Herausgeber des „Brenner“, der große verehrungswürdige Trakl- und Kraus-Freund, lernte ihn kennen und erbat sich das Manuskript, das er 1948 in seiner Zeitschrift abdruckte. Nur wer weiß, wer Ludwig von Ficker gewesen ist, kann die ganze Bedeutsamkeit dieser Ehrung eines Zeitgenossen und seiner Botschaft ermessen. Frankl wählte für den „Brenner“ das Pseudonym Gabriel Lion – eine Verbindung des Vornamens seines Vaters mit dem Mädchennamen seiner Mutter."

Aus dem Vorwort "...trotzdem Ja zum Leben sagen" von Hans Weigel.


Im Juni 1983 fand im Tiroler Landestheater in Innsbruck die deutschsprachige Uraufführung von "Synchronisation in Birkenwald" statt. Viktor E. Frankl war in Innsbruck im Tiroler Landestheater anwesend.

 

Die Uraufführung von “Synchronisation in Birkenwald” fand in englischer Sprache in der kalifornischen Universitätsstadt Berkeley statt.

 

 


Im Westbahntheater in Innsbruck wurde das Stück 2008 unter der Regie von Eric Ginestet aufgeführt.

 

Auf dem Kongress des TILO "Dimensionen des Lebens" im Juni 2009 wurde ein Teil des Stückes im Bildungshaus Schloss Puchberg aufgeführt.

 

"Wie soll ich es nur sagen: Es geht einfach  nicht mehr so weiter bei den Menschen. Es muß etwas geschehen! Wie heutzutage auf Erden gelebt wird, davon machen Sie sich schwer einen Begriff. Der Glaube ist fast tot - jeglicher Glaube. Man glaubt heute nicht einmal mehr der politischen Propaganda. Niemand glaubt mehr dem andern, niemand mehr sich selbst. Und, vor allem glaubt niemand mehr an eine Idee!"

Aus: Synchronisation in Birkenwald

Download
Programmheft zur Aufführung am TILO Kongress 2009
Programm Synchronisation.pdf
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Aus dem Vortrag „Zeit und Verantwortung“ gehalten am 19. Februar 1947 in Innsbruck:

 

"Die Existenzanalyse stellt nun, angesichts der tatsächlichen Vergänglichkeit alles Seins, folgende Behauptung auf: Vergänglich sind eigentlich nur die Möglichkeiten, die Chancen zur Wertverwirklichung, die Gelegenheiten, die wir zum Schaffen oder zum Erleben oder zum Leiden (nämlich zum rechten Leiden, zum aufrechten Leiden von wirklich Unabänderlichem, von echt Schicksalhaftem) haben: sobald wir diese Möglichkeiten jedoch verwirklicht haben, sind sie nicht mehr vergänglich, vielmehr sind sie 'vergangen' - und das will heißen: eben in ihrem Vergangensein 'sind' sie!"

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Es ist zwar nur eine Zahl - doch das TILO feiert im August 2022 sein 20-jähriges Bestehen. Gegründet wurde das Institut von Inge Patsch und Günter Funke.

Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der Sinnlehre von Viktor E. Frankl viele Menschen begeistern und ermutigen durften.