Aktuelles


April 2020

Ich habe eine unbegründete Hoffnung.

Ich verstehe es selbst nicht. Ich sehe, wie das Schiff, in dem wir alle sitzen, in den Abgrund fährt, und ich habe die unbegründete Hoffnung, dass nichts passiert.

Nikolaus Harnoncourt

 

In den letzten Jahren haben wir immer wieder gehört, dass wir unsere Potentiale optimieren sollen. Was bedeutet das eigentlich? Beim Optimieren steht unwei­gerlich der Verdacht wie ein ungebetener Gast im Raum. Der Verdacht erinnert daran, man könnte doch zu wenig „genützt“ haben: Das schöne Wetter für Bewegung, das TV Programm für Wissenswertes und vielleicht auch diverse Bücher, die man noch nicht gelesen hat. Kurz man sollte immer „mehr“ getan haben, als man tatsächlich getan hat.

 

Uns erinnert dieses „Mehr“ an die „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll. Böll schildert einen Fischer, der sich nach getaner Arbeit in seinem Boot ausruht. Ein Tourist weist ihn darauf hin, was er alles „mehr“ haben könnte, wenn er noch einmal zum Fischen aufs Meer fährt: Ein zweites Boot, ein Restaurant, in dem er Fische verkauft, eine eigene Fischfabrik. Der Fischer fragt den Touristen: „Und dann?“ Ja, dann könne er sich ein Haus bauen und aufs Meer schauen. Darauf der Fischer: „Das mach ich doch heute schon!“

 

Wir schauen zwar nicht aufs Meer – aber hier in Tirol bald in blühende Bäume und in den blauen Himmel mit den weißen Bergen und grünen Wiesen.  

Viel Kraft, Geduld und vor allem Vertrauen für die kommenden Tage oder Wochen

wünscht

Ihr Tilo Team 

 


Werkstatt der Lebensfreude

Diese Werkstatt gilt der Erinnerung, dass die Sonne stärker ist - als dunkle Wolken.

Seit einigen Jahren bieten wir in unserem Institut eine "Werkstatt der Lebensfreude" an. Bis im März fand diese Werkstatt in der Buchhandlung Tyrolia in Innsbruck statt. Derzeit erleben wir eine erzwungene Pause. Die Pause betrifft jedoch nur die Begegnung in einem gemeinsamen Raum.

Wie gut ist es doch, dass wir die Möglichkeiten des Internet für eine gute Sache nützen können.

Das Thema für den April wäre gewesen: AHA Erlebnisse: Was hören wir, wenn wir zuhören?

Wir haben das Thema ein wenig verändert: AHA Erlebnisse: Was nehmen wir wahr, wenn wir lesen?

In einem Raum mit Tür, Fenster und Wänden hat nur eine begrenzte Anzahl von Personen Platz. Im virtuellen Raum des Internets finden viele einen Raum und die Gewissheit, es gibt mehr Menschen, mit denen wir verbunden sind.

So gibt es für alle interessierten Menschen die Anregungen für den Monat April.

Download
AHA Erlebnisse - was nehmen wir wahr, wenn wir lesen
Anregungen aus der Werkstatt der Lebensfreude vom April 2020
April 2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 406.7 KB


Es kommt der Tag, das bist du frei

Bereits als das Buch im Jahr 2015 erschienen ist, haben wir es als Buchtipp empfohlen.
Heute hat es eine Aktualität, die tröstet, ermutigt und stärkt. In diesem Buch wird Viktor E. Frankl auch als der Mensch sichtbar, der traurig, müde, einsam und verzweifelt ist.
Wir denken, dass sich darin einige "verstanden fühlen": "Ich bin unsäglich müde, unsäglich traurig, unsäglich einsam. Und der einzige Trost, der mir bleibt, ist darin gelegen, dass ich mit gutem Gewissen sagen kann, ich habe die Möglichkeiten, dies ich mir boten, verwirklicht."
Die Tatsache der Corona-Krise trifft uns alle und bevor wir nach Lösungen suchen, müssen wir akzeptieren, dass uns besonders die Unsicherheit, wie lange sie dauern wird, beschäftigt:
"Heute hat jeder ein Kreuz zu tragen, vielleicht mehr denn je. Aber es kommt alles darauf an, wie man das Kreuz trägt, das man nun einmal auf sich nehmen musste. Opfer zu bringen ist notwendig: aber es ist möglich dafür zu sorgen, dass die Opfer, die wir bringen müssen – nicht sinnlos sind.
Ein Opfer wird sinnlos in dem Augenblick, wo es nicht im richtigen Geiste, aus der rechten Gesinnung heraus gebracht wird. Die Einstellung ist alles. Wie nimmt nun der Mann von der Straße Stellung zu den Ereignissen der Zeit? Wie versteht er die Gegenwart – versteht er sie überhaupt?"

Erika Pluhar und das Trotzdem im Gespräch mit Franz Köb

 

Trotzdem ist die Zeit mir geliehen
Mich dem, was sie fordert, nicht zu entziehen
Trotzdem ist die Tat nicht umsonst getan
Trotzdem, trotzdem, trotzdem
Trotzdem sag, wenn Zweifel dich plagen
Trotzdem sag an mutlosen Tagen
Um trotzdem das, was wir sind zu bejah’n
Trotzdem, trotzdem, trotzdem